Bilder und Informationen zum
        Vietnamese German Workshop on Dike Monitoring
         

        Gliederung :

        Bericht zum Workshop

        Beiträge und Kurzfassungen

        Impressionen vom Workshop
         



         

        Bericht zum Workshop :

        Vietnamese German Workshop on Dike Monitoring
        am 13./14. März 2003 in Hanoi/Vietnam

        Tran Canh, Hanoi und Andreas Weller, Clausthal

        Der Workshop wurde gemeinsam von dem Institut für Geologische Wissenschaften am Nationalen Zentrum
        für Naturwissenschaften und Technologie (NCST) und dem Institut für Geophysik der TU Clausthal organisiert.
        Er ist ein Bestandteil des Partnerschaftsvorhabens „Entwicklung einer geoelektrischen Messtechnologie zum
        Auffinden von Termitennestern in Hochwasserschutzdeichen“, das von der VolkswagenStiftung gefördert wird.

        Am Workshop nahmen 40 Teilnehmer aus Vietnam und 14 Teilnehmer aus Deutschland teil.
        Der Workshop wurde mit Grußworten von
         Dr. Tran Trong Hue, Direktor des Instituts für Geologische Wissenschaften des NCST,
         Dr. Dau Sy Thai, Leiter der Abteilung für Internationale Zusammenarbeit des NCST,
         Herrn David Schwake, Sekretär der Botschaft der BRD in Hanoi,
         Prof. Dr. Andreas Weller, Direktor des Instituts für Geophysik der TU Clausthal
        eröffnet.

        Auf der zweitägigen Veranstaltung wurden 14 wissenschaftliche Vorträge präsentiert. Mit den  Vorträgen
        wurde die Situation an Hochwasserschutzdeichen in Vietnam und Deutschland erö rtert. Es wurden die Probleme
        beschrieben, die die Standsicherheit von Deichen beeinflussen:
         - Konstruktions und lithologische Defizite im Deichkörper und Untergrund,
         - durch die Konstruktion und Lithologie vorgegebene Grenzflächen,
         - temporäre, biologische Veränderungen (auch Termitennester).
        In einigen Beiträgen wurden Methoden vorgestellt, die zum Auffinden dieser Schwachstellen führen. Neben
        intensiven visuellen Beobachtungen am Deich finden zunehmend geophysikalische Verfahren Anwendung.
        Die Mehrzahl der Beiträge stellte die Methode der Multielektroden-Geoelektrik in den Mittelpunkt. Diese Methode
        hat sich bei vielen Problemstellungen als geeignet erwiesen, Schwachstellen aufzufinden. Die Weiterentwicklung
        dieser Methode, um das Auflösungsvermögen zu erhöhen, stand auch im Mittelpunkt des gemeinsamen Forschungs-
        vorhabens. Es wurde eine Methode zur Beseitigung von Topographieeffekten vorgestellt, die insbesondere bei Quer-
        profilen, die die Deichachse kreuzen, angewandt werden muss.Die Methode der „objektorientierten Fokussierung“
        soll die Grundlagen schaffen, um auch tieferliegende Termitennester aufzuspüren. Neben der Geoelektrik wurde
        auch das GPR-Verfahren (Ground penetrating radar) mit seinen Möglichkeiten bei der Untersuchung von Deichen
        und Dämmen vorgestellt. Die Anwendung dieses Verfahrens wird dadurch begrenzt, dass das meist feuchte und
        tonige Material des Deichkörpers eine nur unzureichende Eindringtiefe erlaubt. Zur genaueren Untersuchung der
        Ursachen geoelektrischer Anomalien haben sich ingenieurgeophysikalische Sondierungen bewährt, die aus einer
        Kombination von Gamma-Gamma- Dichtemessungen, Neutron-Neutron-Feuchtemessungen und einer Widerstands-
        messung in flachen Bohrungen bestehen. Mit den Parametern Dichte, Wassergehalt und spezifischer elektrischer
        Widerstand lassen sich in den meisten Fällen eine zuverlässige lithologische Ansprache durchführen, oder auch
        Hohlräume sicher erfassen. Anhand von Erkundugsbeispielen aus Vietnam und Deutschland wurde der Einsatz
        dieser Verfahren bei der Überwachung von Deichen erläutert. Die im Rahmen des gemeinsamen Projektes
        durchgeführten Messungen in der Provinz Thai Binh haben gezeigt, dass sich Termitennester durch höhere
        spezifische elektrische Widerstände von der Umgebung unterscheiden. Jedoch sind nicht ausschließlich Termiten-
        nester die Ursache für hochohmige Anomalien. Auch lithologische Veränderungen von tonigem zu mehrsandigem
        Material rufen eine Widerstandserhöhng hervor. Auch die stärkere Kompaktion des Materials unter Fahrwegen
        verursacht Widerstandsanomalien. Eine genaue Beobachtung der Geländegegebenheiten ist daher erforderlich. An
        den hochohmigen Anomalien am Deichabschnitt Hiep Hoa (Provinz Thai Binh) konnten bei allen Grabungen Hinweise
        auf die Aktivitäten von Termiten gewonnen werden.
        Am Nachmittag des ersten Workshoptages wurde eine Multielektroden-Apparatur für geoelektrische Widerstands-
        messungen und die Geräte für die ingenieurgeophysikalischen Sondierungen im Einsatz vorgestellt. Die Besucher
        konnten sich ü ber den Aufbau der Geräte, deren technische Parameter und die Bedienung informieren.
        Das Workshopprogramm wurde duch drei Beiträge von Studenten der Spring School, die gemeinsam von der Hanoi
        University of Science und der Universität Greifswald organisiert wird, ergänzt. Mit ihren Beiträgen haben die Studenten
        Fakten zum Wassermanagement, zur Tektonik und zu den auf und im Deich lebenden Tieren in der Region des Deltas
        des Roten Flusses zusammengetragen und vorgestellt.

        Die Abschlussdiskussion war im Wesentlichen darauf gerichtet, Ideen und Ansätze für eine weitere Zusammenarbeit
        zwischen vietnamesischen und deutschen Institutionen zusammen zu tragen. Sowohl die vietnamesischen als auch die
        deutschen Teilnehmer werden sich darum bemühen, bei den entsprechenden Stellen Einfluss darauf zu nehmen, dass
        der Hochwasserschutz ein wichtiges Feld gemeinsamer Projekte bleibt. Das Ziel sollte darin bestehen, die Zusammenarbeit
        auf folgenden Gebieten weiter auszubauen:
        · Erstellung eines Deichkatasters auf der Basis eines Geo- Informationssystems (GIS), wo alle deichrelevanten Daten
          sowie die Ergebnisse des Deichmonitorings zusammengefasst werden.
        · Weiterentwicklung der geophysikalischen Methoden zum Deichmonitoring.
        · Training vietnamesischer Fachleute zur Beherrschung der Gerätetechnik und Auswerteverfahren.
        · Planung wasserbaulicher Maßnahmen.
        · Durchführung und Überwachung der Bauarbeiten zur Sanierung alter und den Bau neuer Deiche.
        Der Gesamtkomplex vom Deichkataster bis zur Bauausführung sollte in einem gemeinsamen interdisziplinären Projekt
        weiter bearbeitet werden.

        Die Tagungsbeiträge wurden in einem Sonderband der Zeitschrift „Dia cau“ (Die Erde) veröffentlicht. Diese Zeitschrift
        wird von der Geophysikalischen Gesellschaft Vietnams herausgegeben. Der stellvertretende Vorsitzende dieser
        Gesellschaft, Herr Dr. Truong Minh, der am Workshop teilnahm, hat das Interesse seiner Gesellschaft an einer
        Zusammenarbeit mit Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft in den Gesprächen mit den Workshopteilnehmern aus
        Deutschland zum Ausdruck gebracht und angeregt, auch in Zukunft gemeinsame Workshops zu ausgewählten Themen
        durchzuführen.


        Ausgewählte Beiträge und Kurzfassungen :

        zu den Beiträgen


        Bilder und Impressionen zum Workshop :

        zu den Bildern
         



         
         
         

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