Wie funktioniert eigentlich eine Wassersäulenmaschine ?
Applet ( in separatem Fenster )
ca. 440 x 360 Pixel ca. 610 x 460 Pixel ca. 795 x 510 Pixel
ca. 975 x 600 Pixel ca. 1165 x 700 Pixel ca. 1350 x 800 Pixel
- Inhalt -
Bedienungsanleitung ( + Screenshot )
- Parameter der Förderung
- Fördersohle
- Förderlast
- Anfangsteufe
- Bedienung der Maschine
- Drehrichtung
- Drosselschieber
- Bremse
Diagramm einiger Zustandsgrößen
- Erläuterungen -
Das Applet simuliert eine Wassersäulen-Fördermaschine, die in einer Teufe von ca. 350 [m] im Kaiser-Wilhelm-Schacht eingebaut war zur Erzförderung in einem Blindschacht aus den Tiefbauen ( ca. 900 bis 1000 [m] unter Tage ) bis auf das Niveau des Ernst-August-Stollens ( ca. 360 [m] unter Tage ).
Das dynamische Verhalten der Anlage wird durch eine
Differentialgleichung beschrieben, in der dem Drehmoment der
Antriebszylinder die Drehmomente der Trägheit und der
Reibung von Maschine, Födertonne und -seil, sowie der an den
Seilkörben angreifenden Förderlasten
gegenüberstehen.
Der aktuelle Zustand der Anlage wird über die entspechende
Differenzengleichung in konstanten Zeitschritten von
20 [ms] ( 50 Schritte pro Sekunde ) brechnet und
graphisch dargestellt.
Das Treibwasser ( blau ) unter einem statischen Druck von ca.
35 [Atm] gelangt über einen hydraulisch betriebenen
Umsteuerschieber, der die Arbeitsrichtung festlegt, und über einen
Drosselschieber zur Regulierung der Drehzahl in die Zylinder.
( s. Screenshot des Applets )
Auch das abfließende, "entspannte" Wasser
( cyan ) passiert den Drosselschieber, der dadurch beide
Wasserströme synchron drosselt.
( Sog. "indifferentes" Wasser, das weder mit dem Zufluß
noch mit dem Abfluß in Verbindung steht, ist hellgrau
dargestellt. )
Zur Vereinfachung sind im Applet nur zwei der im Original vorhandenen
drei Zylindersysteme dargestellt ( s.
Screenshot ) :
Beide Systeme ( oben / unten ) bestehen aus je vier einfach
wirkenden Tauchkolben, die im Applet paarweise zu beiden Seiten des
Schwungrades angeordnet sind, und an zwei um 90 [Grad] versetzten Kurbeln
angreifen.
Beim Betrieb der Maschine wird zunächst das obere Zylindersystem
eingeschaltet ( 0 ... 1 am Drosselregler rechts
unten ).
Das untere System kann dann bei Bedarf während des Laufes
zugeschaltet ( 1.1 ... 2 am Drosselregler )
und bei Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
( ca. 25 [U/min] ) gedrosselt bzw. wieder abgeschaltet
werden.
Um einen schlagartigen Druckanstieg augrund der Trägheit des nahezu
inkompressiblen Wassers ( wie z.B. beim Schließen eines
ausgeschlagenen Wasserhahns ) zu vermeiden, schließen die
Steuerschieber / -ventile in der Nullstellung die Zu- und
Abflußkanäle nicht völlig ab.
( In der graphischen Darstellung symbolisiert durch abgeschrägte
Kanten an Steuerkolben und Ventiltellern )
Davon ausgenommen ist die Abschaltung des ( unteren )
Hilfssystems :
In dessen Wasserkreislauf sind zwei Ventile ( links unten )
eigebaut, von denen eines abhängig von der Arbeitsrichtung geöffnet
wird, während das zweite durch eine relativ weiche Feder geschlossen
gehalten wird.
Bei aktivem Hilfssystem ist dieser "Bypass" ohne
Wirkung, da das geöffnete Ventil im Eintragskreis liegt und der dort
höhere Arbeitsdruck auf die Rückseite des geschlossenen Ventils
wirkt, d.h. die Federwirkung unterstützt.
Bei abgeschaltetem Hilfssystem ist wegen der Saugwirkung der
"aktiven" Zylinder und der Wasserverdrängung aus den
"passiven" Zylindern der Druck im Austragskreis höher als
im Eintragskreis, und das geschlossene Ventil wird gegen die
geringe Federkraft geöffnet.
Da diese Funktionsweise darauf beruht, dass die aktuelle Drehrichtung mit der eingestellten Arbeitsrichtung übereinstimmt, schließen auch die Ventile die Kanäle nicht vollständig ab, sodass bei einer der Arbeitsrichtung entgegengesetzten Drehung ( z.B. durch die Wirkung der Förderlast ) der Druckanstieg bgrenzt wird.
Weiterhin sind in der Simmulation, auch im Original vorhandene, Überdruckventile berücksichtigt, die den Leitungs- / Zylinderdruck auf das doppelte des statischen Druckes der Wassersäule ( d.h. auf ca. 35 [Atm] ) brgrenzen.
zum Anfang- Bedienungsanleitung -
Screenshot :
- Programmablauf -
Ablaufsteuerung :
Nach STEP, HALT od. RESET kann
- Förderparameter -
Fördersohle :
Unter SOHLE kann ( nach RESET ) die Teufe, aus der gefördert wird, eingestellt werden :
Im Feld darunter wird die aktuell eingestellte Fördertiefe angezeigt.
Erläuterung :Die Förderung erfogt über zwei Seilkörbe, die auf der Axe des Schwungrades sitzen, und in der graphischen Darstellung der Maschine nicht wiedergegeben sind.zum Anfang
Im Original kann einer der beiden Seilkörbe entkoppelt werden, und eine Tonne z.B. am oberen Füllort ( 0 [m] ) festgehalten werden.
Wird dann die andere Tonne auf die neue Förderteufe gefahren und der festgehaltene Seilkorb wieder angekoppelt, können beide Tonnen im Betrieb zwischen dem oberen Füllort und der neuen Förderteufe pendeln.
Förderlast :
Unter T [kg] kann ( nach STEP od. HALT ) die linke / rechte TonneAnfangsteufe :
Unter Z [m] kann ( nach RESET ) die Anfangsteufe der linken / rechten Tonne! Die Teufen von linker und rechter Fördertonne ergänzen sich immer zum exakten Wert der Förderteufe, was im Original vermutlich nicht erfüllt war ( lastabhängige Seildehnung / -alterung ) !
zum Anfang- Echtzeitverhalten -
Nur Anzeige :
Die Drehzahl ( Linksdrehung = pos /
Rechtksdrehung = neg ) wird bei Überschreiten der
zulässigen Höchstgrenze von ca. 25 [U/min] ( interne
Zeitskala ) rot dargestellt,
ebenso eine Fördergeschwindigkeit ( neg ) entgegen der
eingestellten Arbeitsrichtung.
- Maschinenbedienung -
( gelb hinterlegte Felder rechts unten )
Drehrichtung :
Der Umsteuerschieber ist hydraulisch betrieben :
Antriebspleuel und -kolben sind so dimensioniert, dass in der Stellung LINKS trotz beiseitig gleichen Wasserdruckes der Schieber nach links bewegt wird,! Der Hebel L / R kann zwar jederzeit umgelegt werden, die Stellung des Umsteuerschiebers ( und damit gekoppelt, die Stellung der "Bypass"-Ventile ) ändert sich jedoch nur bei laufender Simulation ( nach START / mit STEP ) !
zum AnfangDROSSEL-SCHIEBER :
In den Feldern 0 | 1 | 2 kann der DrosselschieberDer Schieber wirkt mit zwei starr gekoppelten Kolben synchron auf Wassereintrag und -austrag :
Wegen der sehr geringen Kompressibilität des Wassers ist in der
Simulationsrechnung die ein- / ausströmende Wassermenge nur durch die
Kolbenverschiebung bestimmt.
Die Drosselungwirkung wird über einen
Druckabfall berücksichtigt, der von der Strömungsgeschwindigkeit
und einem Faktor abhängt, der bei einer schrittweisen Verschiebung der
Kolben ( linear, um -0.1 ) jeweils um 1.5 vergrößert
wird.
Durch die symmetrische Auslegung von Kolben und Pleueln und die Ausgleichskanäle ( an der Unterseite der der Drosselzylinder ) kann der Schieber mit rel. geringem Kraftaufwand von Hand betrieben werden.
zum AnfangBREMSE :
In den Feldern A und Z kann die Bremse
Die Bemse ist erforderlich, um bei "geschlossenem" Drosselschieber
( s.o. "LECKAGE" ) ein Weiter- oder
Rückwärtslaufen der Maschine bei entsprechender Lastverteilung zu
verhindern.
Sie besteht im Original aus einem verstellbaren Stahlband, das ein mit
den Seilkörben gekoppeltes Bremsrad umfasst, und ist in der graphischen
Darstellung der Maschine nicht wiedergegeben.
Als Nothalt ist im Original oberhalb des oberen Füllortes ein Hebel
( nicht dargestellt ) angebracht, über den eine Tonne die
Bremse aktivieren kann.
In der Simulation wird bei einer Tonnenposition Z < -1.0 [m]
der Drosselschieber geschlossen und bei Z < -2.0 [m] die Bremse
angezogen.
Falls eine Tonne aufgrund einer hohen Fördergeschwindigkeit und der
Trägheit des Systems eine Position Z < -4.0 [m] erreicht,
wird die Simulation gestoppt, und kann nur nach RESET erneut gestartet werden.
- Förderschacht -
Farbcode :
( auch für die Umrandung der Tonnenmarken und die Teufenangaben unter
Z [m] )
- Zustandsdiagramm -
Screenshot :
In einem separaten, skalierbaren Fenster kann
Zusätzlich kann ein Drehmomentverlauf dargestellt werden
Im HALT-Modus kann
Bei aktiviertem HLP ( im Applet ) werden im HALT-Modus die Koordinaten der aktuellen Cursorposition und die aktuell möglichen Cursoraktionen angezeigt.
zum Anfang
Die für eine lokale Installation des Applets benötigten Class- und Html-Files sind verfügbar als zip-File und als tar.gz-File.
Weitere Applets : Homepage des Authors
zum Anfang
Rev. 20-Dez-2006
Viel Spaß wünschen Ihnen
Fritz Kellerund
( ned gschempfd isch globd gnueg )
Dr. Friedrich Balck, Institut für Physik und Physikalische Technologien der TU Clausthal
( Forschungsbereich Technikgeschichte )
Anfang Ablaufsteuerung Bedienung der Maschine Zustandsdiagramm
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