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Angewandte Geophysik : Magnetik |
Ein Magnetischer Theodolit
Applet ( in separatem Fenster )
ca. 620 x 520 Pixel ca. 920 x 710 Pixel ca. 1220 x 900 Pixel
( Nach einem Demo-Instrument im Institut für Geophysik der TU Clausthal )
Das Applet simuliert die Bestimmung der Horizontalintensität des Magnetfeldes der Erde mit einem Magnetischen Theodoliten.
Vor der Durchführung der Versuche ist eine möglichst exakte Orientierung / Justierung des Instrumentes erforderlich.
M x H wird in einem Schwingungsversuch aus der Periode T bestimmt, mit der der an einem Torsionsfaden aufgehängte Ablenkmagnet um die magn. Nordrichtung schwingt.
M / H wird in einem Ablenkversuch aus dem Winkel PHI ermittelt, um den eine Magnetnadel durch den Ablenkmagneten in der 1. Lamontschen Hauptlage aus der magn. Nordrichtung abgelenkt wird.
In der Simulation der Versuche wird der Zustand des Systems über eine Differenzengleichung mit konstanter Schrittweite von 50 [ms] berechnet und graphisch dargestellt.
Erläuterungen :
- Komponenten des Magnetfeldes
- 1. Lamontsche Hauplage
- Aufbau / Abmessungen des Theodoliten
- Justierung des Theodoliten
- Schwingungsversuch
- Ablenkversuch
- Korrektur der Messergebnisse
- Dämpfungskorrektur
- Amplitudenkorrektur
- Ablenkkorrektur
HOWTO :
- Ablaufsteuerung
- Lokales Magnetfeld
- Justierung
- Horizontierung
- Nulstellung
- Torsionskopf
- Magn. Nordrichtung
- Schwingungsversuch
- Ablenkversuch
- Ergebnisse
Komponenten des Magnetfeldes :
Dem entspricht eine Vertikalkomponente von
Z = T × sin(INC), positiv n. unten,
und eine Horizontalkomponente von
H = T × cos(INC), nach magnetisch Nord zeigend.
Die Horizontalkomponente kann in eine ( geographische ) Nord- und eine Ost-Komponente zerlegt werden
N = H × cos(DEC) und E = H × sin(DEC),
was in der praktischen Anwendung eine sehr genaue absolute Ausrichtung des Messgerätes erfordert ( bei H = 20000 [nT] muß das Gerät auf ca. 10 Bogensekunden genau augerichtet werden, um den Fehler in der Ostkomponente kleiner als 1 [nT] zu halten ).
Lokales Magnetfeld :
Für die geographischen Koordinaten und die Höhe eines
Messortes und das Datum einer Messung wird das lokale
Magnetfeld durch eine Reihenentwicklung nach Kugelflächenfunktionen
( max. Grad / Ordnung = 10 ) angenähert.
Die hier benutzten Koeffizienten des Referenzmodells ( International
Geomagnetic Reference Field, IGRF ) der International Association of
Geomagnetism and Aeronomy, ( IAGA ) werden bereigestellt vom
National Geophysical Data Center
( NGDC ), USA.
1. Lamontsche Hauptlage :
Im Feld eines Magneten mit dem magn. Moment M wirkt auf eine
Magnetnadel ( Moment m ) ein Drehmoment, das sich
für verschiedene geometrische Anordnungen von Magnet und Nadel durch
relativ einfache Näherungsformeln berechnen läßt.
Eine dieser ausgezeichneten Anordnungen ist ist die 1. Lamontsche Hauplage,
bei der in einer Horizontalebene Magnet und Nadel senkrecht zueinander
stehen, wobei die Längsachse des Magneten ( Abstand R zur
Nadel ) auf die Drehachse ( = Mitte ) der Magnetnadel
zeigt.
Das auf die Magnetnadel wirkende Drehmoment ergibt sich dann in
1. Näherung zu :
Aufbau des Theodoliten :
( Screenshot : Start-Bildschirm )
In einem äußeren Stativring ( im Originalinstrument ca. 120 [mm] Durchmesser, im Applet = Aufsicht von oben schwarz dargestellt, ca. 240 [mm] Durchmesser ) mit Libelle und drei Fußschrauben zur Horizontierung ist ein drehbarer Zwischenring ( ebenfalls schwarz dargestellt ) mit einer Winkelskala ( grün, 0-Pkt. = rot ) angebracht, der den ebenfalls drehbaren Messteil des Instrumentes ( grau ) trägt.
Auf dem Trägerring des Messteils sind zwei horizontale Ausleger
( Länge ca. 290 [mm] ) angebracht, mit jeweils zwei
Anschlägen zur Aufnahme des Ablenkmagneten in zwei
unterschiedlichen Entfernungen ( R1=200 [mm] und
R2=260 [mm] ) von der Mitte ( = vertikale
Drehachse ).
Im Zentrum des Messteils steht ein ca. 300 [mm] hoher
Plexiglas-Zylinder, an dessen oberem Ende in einem Torsionskopf
( im Applet nicht dargestellt ) ein Torsionsfaden befestigt
ist, der bei exakter Horizontierung mit der
Drehachse zusammenfällt.
Der Plexiglas-Zylinder, der Torsionsfaden und "Korb" vor
störenden Luftbewegungen schützt, wird nach unten abgeschlossen
durch ein ölgefülltes, höhenverstellbares
Gefäß, in das eine unter dem "Korb" angebrachte
Metallfahne eintaucht.
Über die Eintauchtiefe der Metallfahne kann die
Dämpfung der Drehbewegung eingestellt, und für den
Schwingungsversuch auf die Luftdämpfung reduziert werden.
Einige Abmessungen und technische Daten :
| Torsionsfaden | Länge ca. | 300 [mm] |
| Torsionskonstante | 4.0E-7 [N×m] ¹ | |
| Ablenkmagnet | Länge | 40 [mm] |
| Durchmesser | 5.0 [mm] | |
| Trägheitsmoment | 8.3E-7 [kg×m^2] ¹ | |
| magn. Moment | 38.0 [nT×m^3] ¹ | |
| Unsymmetrie | 0.2 [mm] ² | |
| Ausleger | Länge ca. | 290 [mm] |
| Anschlag innen | 180 [mm] => R1 = 200 [mm] | |
| Anschlag außen | 280 [mm] => R2 = 260 [mm] | |
| Unsymmetrie L / R | 0.1 [mm] ² | |
| Hilfskörper | Länge | 40 [mm] |
| Durchmesser | 5.0 [mm] | |
| Trägheitsmoment | 2.9E-7 [kg×m^2] ( Aluminium ) | |
| 9.1E-7 [kg×m^2] ( Messing ) | ||
| Magnetnadel | Länge | 30 [mm] |
| Trägheitsmoment | 0.5E-7 [kg×m^2] ³ | |
| magn. Moment | 28.0 [nT×m^3] ³ | |
| "Korb" | Trägheitsmoment | 1.5E-7 [kg×m^2] ¹ |
| Dämpfung | Justierung | 0.2 < ALPHA < 0.7 |
| Schwingungsvers. | ALPHA < 0.012 | |
| Ablenkversuch | 0.2 < ALPHA < 0.7 |
¹ ) Werte, die ggf. aus den Ergebnissen der Versuche berechnet
werden können.
² ) Angenommene Konstruktionsmängel, deren Auswirkung im
Ablenkversuch in 1. Näherung eliminiert wird durch die Kombination
der Ergebnisse aus jeweils vier Messkonfigurationen.
³ ) Eigenschaften der Magnetnadel, die lediglich für die
Simulationsrechnung benötigt werden.
Justierung :
Durchführung und Auswertung der beiden Versuche implizieren einige Annahmen, die durch eine sorgfältige Orientierung und Justierung des Theodoliten zumindest in "guter Näherung" erfüllt werden müssen.
Das Instrument muß horizontiert werden, damit sich Magnetnadel und Spiegel, abgesehen von evtl. geringen Konstruktionsfehlern, möglichst exakt im Zentrum des Gerätes befinden ( z.B. Mitte der Magnetnadel auf der Achse der Ausleger und in der Mitte zwischen den Anschlägen R1 bzw. R2 ).
Zur Vereinfachung der Winkelablesung muß die ( rote ) Ablesemarke des Messteils ( grau ) auf den ebenfalls roten Nullpunkt PHI = 0 der grünen Winkelskala gebracht werden.
Damit beim Ablenkversuch die Drehmomentbilanz in der 1. Lamontschen
Hauptlage nicht durch den Torsionsfaden verfälscht wird, muß dieser
in der Null-Lage ( PHI = 0 ) möglichst torssionsfrei sein :
die obere Einspannung des Fadens ( Torsionskopf ) muß ohne
magnetischen Einfluß ( i.e. ohne Magnetnadel ) auf
Vorspannwinkel PHI_0 = 0 justiert werden.
Schließlich muß der Messteil mit aufgelegter Magnetnadel zusammen mit der Ableseskala ( Zwischenring ) so gedreht werden, dass der Nullpunkt der Skala PHI = 0 nach magn. N zeigt.
Zum HOWTO der Justierung
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis Aufbau des Theodoliten
Schwingungsversuch :
Auf den an einem Torsiosfaden ( Torsionskonstante TAU ) aufgehängten Ablenkmagneten ( magn. Moment M, Trägheitsmoment THETA ) wirkt bei einer Auslenkung D_PHI aus der Ruhelage ( = magn. N ) das rücktreibende Drehmoment
Der Magnet schwingt um seine Ruhelage ( D_PHI = 0 ) mit der Priode T, für die bei "kleinen" Ausschlägen D_PHI ( D_PHI ~ sin(D_PHI) ) die Gleichung
Daraus erhält man :
Um die in dieser vereinfachten Darstellung enthaltenen Unbekannten ( THETA = Magnet + Aufhängung und TAU ) zu ermiiteln, wird der Schwingungsversuch mehrfach durchgeführt, wobei der Ablenkmagnet jeweils durch einen Aluminium- und einen Messing-Zylinder ( beide nicht magnetisch ) ersetzt werden, und in einem Versuch der Messing-Zylinder zusätzlich zum Magneten in die Aufhängung gelegt wird.
Die Trägheitsmomente THETA_MS und THETA_AL der Hilfskörper ( = Zylinder ) können aus deren Gewicht und Abmessungen berechnet werden, was bei der Aufhängevorrichtung ( THETA_0 ) wegen deren komplizierter Geometrie und beim Magneten ( THETA_M ) wegen der problematischen Gewichtsermittlung nicht möglich ist.
Die vier Schwingungsversuche liefern vier unabhängige Gleichungen für die jeweils gemessenen Perioden
| => M × H = 4 × PI^2 × | { THETA_MS / ( T_M_MS^2 - T_M^2 ) |
| - ( THETA_MS - THETA_AL ) / ( T_MS^2 - T_AL^2 ) } |
Korrekturen :
!!! Alle Gleichungen beziehen sich auf die Periode T_0 einer ungedämpften Schwingung und bei Beteiligung des Produktes M×H auf eine Schwingung "infinitesimal kleiner" Amplitude D_PHI !!!
Da in den Versuchen die Periode T einer gedämpften Schwingung "endlicher" ( beobachtbarer ) Amplitude gemessen wird, muß an den Messergebnissen aller vier Teilversuche eine Dämpfungskorrektur und bei den beiden Teilversuchen mit Beteiligung des Ablenkmagneten zusätzlich eine Amplitudenkorrektur angebracht werden.
Zum HOWTO des Schwingungsversuchs
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis Aufbau des Theodoliten
Ablenkversuch :
Eine um eine vertikale Achse drehbare, horizontale Magnetnadel ( magn. Moment m ), deren Längsachse um den Winkel PHI von magn. Nord abweicht, wird durch ein Drehmoment
Ein in der Drehebene der Nadel im Abstand R in der 1. Lamontschen Hauptlage angebrachter Ablenkmagnet ( magn. Moment M ) lenkt die Nadel mit dem Drehmoment
Aus der statischen Gleichgewichtslage PHI erhält man :
Bei der Durchführung des Versuchs hängt die Magnetnadel am
Torsionsfaden und der Ablenkmagnet liegt auf einem der
Ausleger.
( in d. Abb. : auf dem östl. Ausleger am inneren Anschlag R1 und
mit dem N-Pol zur Magnetnadel )
Der Messteil des Theodoliten wird bei fixierter Winkelskala ( Zwischenring ) so lange gedreht bis sich Nadel und Magnet in der 1. Lamontschen Hauptlage befinden.
Bei korrekter Justierung des Instruments entspricht diese Position der Koinzidenz von Bild und Original des Fadenkreuzes im Beobachtungsfernrohr und der abgelesene Drehwinkel ( hier : 29 [deg] 51.28 [min] W, s.Abb. ) entspricht dem Winkel PHI zwischen Magnetnadel und magn. N, unbeeinflußt von der torsionsfreien Aufhängung.
Korrekturen :
!!! Das ablenkende Drehmoment in der 1. Lamontschen Hauptlage gilt für "ideale" Dipole, während der Versuch mit "realen" Magneten endlicher Länge ( Nadel 30 [mm], Magnet 40 [mm] ) durchgeführt wird, was eine Korrektur des Quotienten M/H erfordert !!!
Zum HOWTO des Ablenkversuchs
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis Aufbau des Theodoliten
Im Applet werden die an den Messergenissen erforderlichen Korrekturen auf die Dämpfung und die endliche Schwingungsamplitude beim Schwingungsversuch sowie formal ( s.u. ) die Abweichung von Anlenkmagnet und Magnetnadel von idealisierten Dipolen beschränkt.
Unberücksichtigt bleiben z.B. der Einfluß von
Temperaturänderungen auf die Torsionskostante des Aufhängedrahtes
und die magnetischen Momente von Magnet und Nadel,
die im Ablenkmagneten durch das Erdfeld induzierte Magnetisierung
und die Neigung der Magnetnadel aus der Horizontalebene unter dem Einfluß
der Vertikalintensität.
Dämpfungskorrektur :
Bei den vier Schwingungsversuchen muß aus der Amplitudenabnahme die jeweilige Dämpfung bestimmt und die gemessene Periode korrigiert werden :
Amplitudenkorrektur :
In den Schwingungsversuchen mit den unmagnetischen Probekörpern Aluminium und Messing ist das Rückstellmoment lediglich durch die Torsionskonstante TAU bestimmt, und damit die beobachtete Periode T unabhängig von der Schwingungsamplitude D_PHI.
Bei der Auswertung der Versuche "Magnet" und "Magnet + Messingzylinder" wird zur Bestimmung des Produktes M×H der Faktor sin(D_PHI) durch D_PHI ersetzt, was nur für "infinitesimal kleine" Schwingungsamplituden korrekt ist und i.A. eine Amplitudenkorrektur der gemessenen Periode erfordert.
Für M×H >> TAU kann, in Analogie zu einem "realen" Pendel, die Korrektur für eine eizelne Schwingung durch
Da die Periode T(D_PHI) zur Erhöhung der Genauigkeit aus der Zeitmessung über 10 Schwingungen ( oder einem Vielfachen davon ) bestimmt wird, kann für die über die Messzeit abnehmenden Amplituden ein Mittelwert der Korrekturwerte der einzelnen Schwingungen berechnet werden.
Hierzu kann SIN(D_PHI/2) durch den Winkel D_PHI/2 ersetzt
( Fehler < 1.E-6 ) und die Berechnung auf das
quadratische Glied der Formel beschränkt werden.
Der Mittelwert ACOR_M ist dann über die Summe der endlichen
geometrischen Reihe der Einzelwerte ACOR(D_PHI) zu berechnen.
In der Simulation sind M×H und TAU von gleicher Größenordnung ( im Messbereich H > ca. 4500 [nT] ) :
Hierzu wurden die Schwingungsversuche mit Anfangsamplituden D_PHI zwischen 2 [deg] und 1/16 [deg] bei Horizontalintensitäten H zwischen 5000 [nT] und 40000 [nT] simuliert.
Die berechneten Korrekturen lagen zwischen ca. 1.3E-8 ( 5000 [nT],
1/16 [deg] ) und ca. 4.6E-5 ( 40000 [nT],
2 [deg] ),
und
die korrigierten Periodenwerte einer Messreihe mit konstanter
Horizontalintensität wichen dabei um maximal 0.1 [μsec]
vom geschätzten Grenzwert für D_PHI = 0 ab.
Da die oben beschriebene Berechnung der Amplitudenkorrektur die Kenntnis von M×H und TAU erfordert, wird die Korrektur iterativ berechnet :
Aus den dämpfungskorrigierten Schwingungsperioden für die nichtmagnetischen Hilfskörper ( Aluminium und Messing ) wird die Torsionskonstante TAU bestimmt, und aus den Schwingungsamplituden für Magnet und Magnet+Messing der jeweilige Korrekturfaktor ACOR_M.
Die dämpfungskorrigierten Perioden für Magnet und Magnet+Messing liefern einen Anfangswert für M×H + TAU und eine 1. Näherung für die jeweilige Amplitudenkorrektur Q × ACOR_M.
Die anschließende Anwendung des jeweils aktuellen Korrekturwertes zur Berechnung der nächsten Näherung wird nach 3 Iterationen abgebrochen ( Verbesserung < 1.E-9 ).
Ablenkkorrektur :
Der Einfluß der Abweichungen realer Magneten von idealisierten Dipolen wird durch eine Ablenkfunktion k beschrieben, deren Herleitung z.B. in G. Fanselau ( Hrsg. ) : Geomagnetismus und Aeronomie, Band II, Geomagnetische Instrumente und Messmethoden, Berlin 1960 sehr ausführlich dargestellt ist.
Mit D bzw. d als halbem Polabstand des Ablenkmagnten bzw. der Magnetnadel kann für die 1. Lamontsche Hauptlage mit R als Abstand des Magneten von der Nadel die Ablenkfunktion als
Durch entsrechende Wahl des Verhältnisses d/D kann eine der
Funktionen F2 oder F4 zu "nahezu" 0 gemacht
werden.
( "Exakt" 0 ist auf Grund der begrenzten Messgenauigkeit und
mehrerer schwer überprüfbarer Annahmen kaum möglich ).
!!! Im Applet wird die Ablenkkorrektur lediglich formal angewandt, da die gleiche Korrektur ( auf F1 beschränkt und mit Polabstand = 5/6 × Länge bei Magnet und Nadel ) in der "Vorwärtsrechnung" der Simulation berücksichtigt und anschließend in der Auswertung wieder eliminiert wird !!!
Die für R1 = 200 [mm] und R2 = 260 [mm] berechneten Werte von 2.2E-3 bzw. 1.3E-3 zeigen, dass diese Werte bei einem realen Theodoliten mit einer Genauigkeit < 1E-3 bestimmt werden müssen, um einen Fehler in der Horizontalintensität <1 [nT] zugewährleisten.
Ablaufsteuerung :
( Screenshot : Dialogfeld am oberen Bildrand )
Der Ablauf des Simulationsprogrammes und die Darstellung der Messergebnisse wird über das Dialogfeld am oberen Bildrand gesteuert, wobei in einem Textfeld Statusinformationen und Hinweise auf die aktuell erforderliche / empfohlene Aktion angezeigt werden.
Mit der Schaltfläche INFO ( aktiv = rot ) werden
zusäiche Informationen angezeigt oder im Graphikfeld dargestellt, die
bei einem realen Istrument nicht zugänglich sind.
( Beispiel : graphische Darstellung der magn. Nordrichtung )
Mit HELP ( aktiv = rot ) werden Hinweise zu den möglichen Mausaktivitäten im Graphikfeld des Applets eingeblendet.
Beim Start des Programmes ( oder nach RESET ) muß als erstes die Schaltfläche FIELD betätigt werden, um das lokale Erdfeld durch die Wahl eines Messortes ( geogr. Länge und Breite, Höhe über NN ) und eines Datums der Messung ( 1.1.1900 ... 31.12.2009 ) festzulegen.
Anschließend kann
angewählt werden.
- mit INSTRUMENT ADJUSTMENT die Justierung des Theodliten in den Schritten
- ADJ BUBBEL LEVEL = Horizontierung des Instrumentes,
- PHI ( DEV SYST ) -> 0 = Nullstellung des Messteils,
- TORSION HEAD = Vorspannwinkel des Torsionsfadens -> 0
- und
- INST -> MAG N = Ausrichtung von Messteil + Winkelskala -> magn. N,
- mit DETERMINE M × H ( OSC ) der Schwingungsversuch mit den vier Teilversuchen
- OSC 1 : THETA_0 + MAGNET = Ablenkmagnet,
- OSC 2 : THETA_0 + ALUMINIUM = Hilfskörper Aluminium,
- OSC 2 : THETA_0 + MESSING = Hilfskörper Messing,
- und
- OSC 4 : THETA_0 + MAG + MES = Ablenkmagnet + Messing,
- und mit DETERMINE M / H ( DEV ) der Ablenkversuch mit den acht Teilversuchen
- DEV 1 ... DEV 8 = je vier mögliche Konfigurationen von Magnet und Nadel in den beiden Abständen R1 und R2
Mit RUN / HLT kann die Simulation gestartet / ihr aktueller Zustand "eingefroren" werden ( RUN = rot / HALT = blau ).
Im Modus HALT können
- mit DISP RES 1-4 / 5-8 / 1-8
- die Ergebnisse ( M und H ) für die Ablenkversuche 1-4 ( Abst. R1 ), 5-8 ( Abst. R2 ) und deren arithmetisches Mittel ( 1-8 ) im Textfeld angezeigt,
- mit LIST ...
- die Instrumentenparameter, die Teilergebnisse von Justierung, Schwingungs- und Ablenk-versuch sowie das Gesamtergebnis der Mesungen auf dem Bildschirm / in der JAVA-Console gelistet werden.
Im Modus RUN werden Informationen zum aktuell angewählten Teilversuch im Textfeld agezeigt ( DISP INFO ).
Lokales Magnetfeld :
( Screenshot : Fenster FIELD )
Im unteren Teil der Abbildung sind Richtung und Betrag des lokalen Feldes aufgelistet und in einer lokalen Horizontalebene ( links ) und einer lokalen Vertikalebene ( rechts ) graphisch dargestellt.
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
Justierung :
Da die eigentllichen Messungen nur bei "hinreichend exakter" Justierung des Gerätes sinnvoll sind, muß diese als erstes durchgeführt werden.
!!! Mit SKIP ADJ : SET AUTO können "ungeduldige" Benutzer die Justierung überspringen und exakte Werte für die entsprechenden Parameter automatisch setzen !!!
ADJ BUBBLE LEVEL :
( Screenshot : INFO aktiviert => magn. N eingeblendet )
Das Instrument kann zur Horizontierung an drei Fußschrauben mit + angehoben, mit - abgesenkt werden ( linke Maustaste fein, rechte Taste grob ).
Zur Kontrolle ist am Instrumententräger eine Libelle angebracht,
deren Empfindlichkeit vom Zentrum zum Rand nichtlinear abnimmt,
und
im Textfeld wird die Auslenkung D des unteren Torsionsfadenendes
( TORSION WIRE OFFSET ) aus dem Zentrum des Instrumentes angezeigt.
Bei "hinreichend exakter" Justierung ( D <
0.2 [mm] ) wird die Information rot dargestellt :
TORSION WIRE OFFSET : D < 0.02 [mm],
mit INFO zusätzlich : X=... [mm] Y=... [mm]
( X/Y = geo. E/N ).
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
PHI ( DEV SYST ) -> 0 :
( Screenshot : INFO aktiviert => magn. N eingeblendet )
Der Messteil ( grau ) muß in seine Nullstellung ( rote Ablesemarke -> rote 0-Marke der grünen Winkelskala ) gebracht werden.
Die Winkeldifferenz zwischen Messteil und Skala wird unter PHI ( DEV SYSTEM ) in einem grau umrandeten Anzeigefeld ( oben rechts ), mit INFO=aktiv auch im Textfeld INFO, angezeigt.
Bei INFO=nicht aktiv wird PHI ( DEV SYSTEM ) >= 0.2 [min] E/W ( schwarz ) / < 0.2 [min] ( rot = "hinreichend exakt" justiert ) im Textfeld INFO angezeigt.
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
TORSION HEAD :
( Screenshot : INFO aktiviert => magn. N eingeblendet )
Damit im Nullpunkt der Skala im Fernrohr ( D_PHI = 0 ) der Aufhängefaden die Drehmomentbilanz möglichst wenig verfälscht, sollte der Faden in dieser Spiegelstellung möglichst torsionsfrei sein.
Hierzu kann der Torsionskopf mit der oberen Aufhängung des Fadens über "<<< ... >>>" schrittweise verdreht und die Auslenkung D_PHI des Spiegels ( ohne äußere, magn. Drehmomente ) im Fernrohr beobachtet werden.
Im Textfeld INFO wird mit PHI_0 = ... der aktuelle Wert des Vorspannwinkels ( INFO=aktiv ) bzw. bei INFO=nicht aktiv PHI_0 >= 0.2 [min] E/W ( schwarz ) / < 0.2 [min] ( rot = "hinreichend exakt" justiert ) angezeigt.
Da auch in der größten Darstellung des Applets ( ca. 1220 x 900 Pixel ) in der Fernrohrskala die Aufläsung bei 1 Pixel = ca. 0.1 [min] liegt, wird für |D_PHI| < 30 [min] im Textfenster als "Lupe" D_PHI = xx.xxx [min] E/W angezeigt.
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
INST -> MAG N :
( Screenshot : INFO aktiviert => magn. N eingeblendet )
Die rote Nullmarke der Winkelskala ( grün ) muß nach magn. N ausgerichtet werden, um in den Schwingungsversuchen die Schwingung des Ablenkmagneten um magn. N zugewährleisten und in den Ablenkversuchen die direkte Ablesung des jeweiligen Ablenkwinkels zu ermöglichen.
Da die magn. Nordrichtung i.A. nicht genau bekannt ist, werden bei eingelegter Magnetnadel Messteil ( grau, in Nullstellung ) und Zwischenring ( Winkelskala ) gemeinsam gedreht bis die im Fernrohr beobachtete Auslenkung D_PHI = 0 erreicht ist.
!!! Dieser Justierschritt ist nur sinnvoll nach ( erfolgreicher ) Durchführung der anderen drei Schritte, weil er z.B. voraussetzt, dass der Aufhängefaden für D_PHI = 0 torsionsfrei ist und die Ablesemarke des Messteils auf der Nullmarke der Winkelskala steht !!!
Die Drehung kann über
"<<< ... >>>" oder an einem der
Ausleger mit der Maus erfogen, wobei im Textfeld mit
ERR = xxx E/W die Abweichung von magn. N
( INFO=aktiv ) oder mit ERR
>= 0.2 [min] E/W ( schwarz ) /
< 0.2 [min] ( rot = "hinreichend
exakt" ) der Status der Justierung angezeigt wird
( |D_PHI| < 30 [min] => D_PHI =
xx.xxx [min] E/W ).
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
Schwingungsversuch :
( Screenshot = OSC 1 : THETA_0 + MAGNET nach 10 Schwingungen )
Nach Anwahl von DETERMINE M × H ( OSC ) wird die Justierung des Theodoliten überprüft und ggf. "angemahnt" ( !!! ADJUST INSTRUMENT FIRST !!! im Textfenster ).
Falls sich lediglich der Messteil nicht in seiner Nullstellung ( magn. N ) befindet, kann dies unter PHI ( DEV SYST ) -> 0 in der Auswahl der Teilversuche OSC 1 ... OSC 4 korrigiert werden.
Bei Anwahl eines Teiversuchs geht die Simulation in den HALT-Modus, der "Korb" mit Spiegel wird in der Anfangsauslenkung D_PHI = +2 [deg] festgehalten und im Textfeld erscheint !!! START OSC n !!!
Nach dem Start ( RUN / HLT ) werden im Textfenster laufend
die aktuellen Messwerte für Periode und Dämpfung angezeigt.
Nach 10 Schwingungsperioden wird die Simulation agehalten, und das
aktuelle Wertepaar T, ALPHA wird gespeichert
( Anzeige rot ).
Durch erneuten Start kann die Messdauer auf 20, 30 ... Perioden erhöht
und das bereits gespeicherte Wertepaar überschrieben werden.
Im HALT-Modus kann mit LIST RES OSC der aktuelle Stand der Ergebnisse der Schwingungsversuche auf dem Bildschirm / in der JAVA-Console aufgelistet werden.
Zu den Erläuterungen zum Schwingungsversuch
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
Ablenkversuch :
( Screenshot = DEV 1 :
200 [mm] E N -> W )
Nach Anwahl von DETERMINE M / H ( DEV ) wird die Justierung des Theodoliten überprüft und ggf. "angemahnt" ( !!! ADJUST INSTRUMENT FIRST !!! im Textfenster ).
Über die Felder <<< ... >>> oder an einem der Ausleger kann der Messteil gedreht werden bis sich Ablenkmagnet und Nadel in der 1. Lamontschen Hauptlage befinden, was einer Auslenkung D_PHI = 0 des Spiegels entspricht.
Die aktuelle Auslenkung des Messteils gegen magn. N wird im Feld
PHI ( DEV SYSTEM ) und im Textfeld mit
DEV n : PHI = ... angezeigt, und für
|D_PHI| < 0.1 [min] gespeichert ( im Textfeld
!!! SAVED !!!, rot ).
( Im Textfenster als "Lupe" :
D_PHI = x.xxx [min] E/W für
|D_PHI|Inbsp;< 30 [min] )
Im HALT-Modus kann mit LIST RES DEV der aktuelle Stand der Ergebnisse der Ablenkversuche auf dem Bildschirm / in der JAVA-Console aufgelistet werden.
Zu den Erläuterungen zum Ablenkversuch
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
Ergebnisse :
Im HALT-Modus können die Ergebnisse der Messungen, i.e. das magn. Moment M des Ablenkmagneten und die lokale Horizontalintensität H, mit DISP M + H 1-4, 5-8, 1-8 im Textfeld angezeigt werden.
Mit LIST RESULTS werden die Ergebnisse auf dem Bildschirm / in der JAVA-Console aufgelistet.
Zu den Erläuterungen der Korrekturen
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
Die für eine lokale Installation des Applets benötigten Class- und Html-Files sind verfügbar als zip-File und als tar.gz-File.
Weitere Applets : Homepage des Authors
Rev. 25-Mai-2006
Kommentare bitte an
Fritz Keller
( ned gschempfd isch globd gnueg )
Zum Anfang Inhaltsverzeichnis HOWTO
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